Geschüttelt, nicht gerührt: 2. Schlosskonzert 13.06.2010

27. Mai 2010

Im 2. Schlosskonzert präsentiert sich das Collegium Musicum Aschaffenburg mit einem Programm, dessen Werke gegensätzlicher kaum sein könnten. Den Anfang macht ein barock-durchsichtiger Vivaldi, nämlich das Concerto in d-moll für Streicher und Cembalo.

So weit, so gut, nichts Ungewöhnliches. Dann folgt als zweites Werke des Abends: Shaker Loops von John Adams! Hier stellt das Collegium Musicum dem Aschaffenburger Publikum eine gänzlich andere Seite des Ensembles vor, denn zum Standartrepertoire des Orchesters zählen im Schwerpunkt eher Werke vom Barock bis zur frühen Romantik. Adams komponierte „Shaker Loops“ 1978 ursprünglich als Streichseptett, 1983 folgte die hier dargebotene Fassung für Streichorchester. Das Werk ist in die Sätze „Shaking and Trembling“, „Hymning Slews“, „Loops and Verses“ und „A Final Shaking“ gegliedert und bietet den Zuhörern neben einem neuen Höreindruck auf jeden Fall ausreichend Gesprächsstoff für den Heimweg.

Den Abschluss des Konzerts bildet Beethovens Streichquartett Nr. 11 f-Moll op. 9 in der Fassung für Streichorchester von Hubert Buchberger. Wie so oft bei Beethoven scheinen auch in diese Komposition diverse tragische Erfahrungen mit ihn verschmähenden Geliebten eingeflossen zu sein, was den düsteren Eindruck des Werkes erklären könnte. Beethoven selbst sträubte sich lange vor einer Veröffentlichung des f-moll Quartettes. Einen interessanten Artikel über dieses Werk finden Sie auf der Homepage der Berliner Philharmoniker.